Glossare für IATF16949:2016

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 Zweckmäßigkeit der Glossare?

Die letzte Ausgabe der ISO/TS16949:2009 hatte schon ein Verbesserungspotential: Es gab keinen Index (Stichwortverzeichnis bzw. Glossar), sondern nur ein Verzeichnis der Elemente, wobei die Elemente der ISO/TS16949:2009 verflochten waren mit den Elementen von ISO9001:2008.

Das war eine teils sinnvolle Verbindung, weil die „Technische Spezifikation ISO/TS16949:2009“ nichts weiter ist, als die weitere automotivorientierte Entwicklung der ISO 9001:2008.

Um eine Transparenz zu schaffen, war im Layout der „Technischen Spezifikation“ der Text von ISO 9001:2008 eingerahmt als Hinweis auf die ISO9001:2008. Eine sehr praktische Lösung anyway. Einen Glossar bzw. Index gab es nicht, also wenn jemand (z. B. ein Auditor) nach einem Stichwort gesucht hat, z. B. Internet Einkäufe (El. 7.2.2 Anm.), musste er ziemlich lange suchen.

Von Kundenorientierung / Kundenwahrnehmung / Kundenbindung war nichts zu spüren. Dadurch wurde einfach zwischen den Zeilen gesagt: „wenn ihr es haben wollt oder sogar müsst – könnt ihr diese „Technische Spezifikation“ kaufen oder auch nicht – es ist euch überlassen“. Alle ISO/TS Auditoren und auch alle QM-Qualitätsmitarbeiter müssen es haben – also haben wir es käuflich erworben, ohne ein Wort der Kritik zu verlieren.

Man ist schon seit Jahren daran gewöhnt Gesetze, Vorschriften und Richtlinien NICHT zu kritisieren. Durch all diese Jahre zwischen 2009-2017 bin ich keinem Menschen aus den Qualitätskreisen begegnet, der wenigstens mit einem einzigen Wort die ISO/TS1649:2009 kritisierte. Es wurde angenommen wie die Zehn Gebote – zum Glauben gegeben und damit hatte es sich – daran ist nichts zu rütteln.

Aber wenn ich die Frage gestellt habe, ob ein Glossar der Stichworte in ISO/TS16949:2009 eine sinnvolle Ergänzung der TS wäre, dann fand ich viel Zustimmung – und das war der Auslöser um die Glossare für ISO/TS16949:2009 und IATF16949 zu erstellen.

Automatisch stellte sich mir die Frage, warum IATF als eigentlicher Verleger nicht daran gedacht hat, ein Glossar als Bestandteil des Regelwerkes zu erstellen – diese Frage wurde von uns bereits beantwortet (siehe oben).

In meiner bodenlosen Naivität eines ISO/TS Users und IATF Kunden habe ich gehofft, dass dieses verbesserungswürdige Problem in der nächsten Ausgabe – egal wann – so umgesetzt würde, wie wir es gerne hätten….

Das waren eigentlich Halbträume, weil auf der einen Seite sah ich keinen dringenden Bedarf für eine neue Ausgabe. Auf der anderen Seite fand ich, dass die ISO/TS16949:2009 bis auf ein paar Fehler ein gelungenes Regelwerk war – eben bis auf das fehlende Glossar.

Die Notwendigkeit der Forderungen der ISO/TS war jederzeit nachvollziehbar und alle Kollegen – Auditoren (User) haben sich sogar mit den Forderungen identifiziert.

Mit dem Jahr 2016 kam dann doch die neue Ausgabe von ISO/TS16949:2009 als IATF16949:2016 bezeichnet. Dazu kam aber auch eine riesige Enttäuschung, was die Substanz der IATF anbetrifft, sowie auch das Layout. Wir konnten uns nicht mehr identifizieren, wir sind maßlos enttäuscht. 


Für uns erschien die neue IATF einerseits als Sammelsurium überflüssiger Forderungen und andererseits brachte das Werk das Aufbürden von unnötigem Papierkram.

Das Layout ist nicht zweckmäßig – auch wegen der Referenzen zu ISO9001:2015. Niemand findet, dass es eine pragmatische Lösung ist – es ist eine absolut sinnlose Lösung! Sie weist darauf hin, dass die IATF nicht in der Lage war  mit der ISO (International Standard Organisation) so zu vereinbaren, dass so, wie in der ISO/TS das ISO9001 und IATF, Inhalte zusammen erfasst werden – in einem Heft.

Ironischerweise steht auf der Seite 9 der IATF: „Die IATF wird zukünftig eine enge Zusammenarbeit mit der ISO fortführen.“ – Offenbar war und ist die „enge Zusammenarbeit“ weiterhin weitgehend unzureichend um die beiden Texte in einem Heft drucken zu lassen. Wenn man diesen Satz liest, entsteht unwiderruflich die Überzeugung, dass das IATF Komitee die User von IATF dermaßen grenzenlos dumm findet um uns diesen Schrott zu verkaufen.

Mehr als peinlich.

Hier sieht man, wie die IATF die Forderungen nach Kundenorientierung und Kundenzufriedenheit (El. 5.1.2 (ISO), 9.1.2(ISO) und 9.1.2 & 9.1.2.1 Ergänzung (IATF)) interpretiert. Es ist eine sehr sportliche Interpretation – aber nur für die Anderen – IATF selbst ausgenommen!

Es gibt einen großen Unterschied zwischen Theorie und Praxis schon im Regelwerk selbst!!! Ich als Kunde (und vermutlich auch viele andere Kollegen) bin gar nicht zufrieden und wir vermissen die Kundenzufriedenheit im IATF Regelwerk selbst.

Noch peinlicher ist, dass alle User von IATF in Deutschland – um nicht negativ aufzufallen (wo? bei wem?) – dieses Heft benutzen und angeblich meine Frage nicht verstehen, dass das aktuelle Layout total sinnlos und umständlich ist – und in der Antwort behaupten, dass die ISO/TS 16949:2016 schon längst fällig war und dass die IATF das „non plus ultra“ ist … das beste „automotive“ Regelwerk überhaupt, das die Menschheit je gesehen hat.

Fakt ist – ich gestehe – ich habe meine Frage nur in Deutschland den Kollegen gestellt und wie uns die lange und manchmal schmerzhafte Erfahrung zeigt – wir lieben in Deutschland ohne Einschränkung alle möglichen und unmöglichen Gesetze (je mehr, desto besser), Vorschriften, Richtlinien etc. etc. ohne Ende. Also ist es eine natürliche Entwicklung, dass niemand in Deutschland es wagt den kreativen Erguss der IATF zu kritisieren. Meine Gesprächspartner vermissen lediglich die Kundenorientierung der IATF … „mehr nicht“.

Mal abgesehen vom „User-unfreundlichen Layout“ – es entsteht der starke Verdacht, dass die neue IATF wegen der dringenden Daseinsberechtigung des ominösen Komitees entstanden ist und zum Teil wegen der Aufbesserung der IATF-Kasse … auf ziemlich plumpe Art – sonst nichts.

Ich bin sehr froh darüber, dass es mir möglich ist, eben diese fehlende Kundenorientierung der IATF durch meine Glossare zu ersetzen.

Sie finden sie online über diese beiden unten stehenden Links bei QZ-Online.de:

Marek Emil Dziwetzki     Niedernhausen, 07.03.2019

 

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